Ein Handschuh, als verlorenes Einzelstück am Wegesrand findet manchmal eine Finderin, die sich seiner annimmt und ihn auf einer hohen Warte schön postiert, damit der Verlierer ihn leicht wiederfinde.

Dieser aber – Mamma, nicht! Die kratzen – hat es vielleicht gerade erst geschafft, seinen Fäustling unbemerkt im Schneegestöber abzustreifen. Er wird nun wohl woanders suchen, nur zum Schein, und sich heimlich freuen, wie das Gegenstück zur Mottenbleibe wird. Was wohl wertloser wäre, so alleingelassen, ein Linker oder ein Rechter?

Als Fundstück vorteilhaft postiert, zieht der Verlorene jedenfalls, solang noch frisch und flauschig, Blicke auf sich und regt an zum Denken: Wie schön nur wäre es als Paar? Vielleicht ist, was ich gerade in der Manteltasche knautsche, sein Pendant? Selbst, wenn Farbe, Größe oder Material ganz verschieden sind?

Ist’s nicht vielleicht ein Zeichen, dass wir uns nach diesem Winter anders delektieren wollen? An Festen ohne Gäste, Tulpen ohne Blüte oder daran, ganz bei sich zu sein so ohne alles Miteinander?

Ich bin fast immer der erste, der ausweicht. Egal, wer da komme,
Paare, Familien, Bierflaschen schwenkende Gruppen, Flaneuris*,
ich laufe Slalom die seitliche Böschung hoch, über die Fahrbahn
oder den Rasen. Verdiene ich dafür nicht Dank, Leute?

Schon mache Platz ich erneut und umkurve die parkenden Autos
freundlich zuvorkommend, aber mit Absicht ein wenig zu eifrig.
Nimm es als Ausdruck mir mangelnder Achtung vor dir, Engel,
jetzt, wo du mir in den Weg trittst, unsterblich verliebt in dich selbst nur.

Mein alter dienstbarer Geist, viel zu stolz, dafür viel zu verlangen,
weidet sich nur an der Aussicht, dass die Röte zu Kopfe dir steigt, wenn
plötzlich dir klar wird, und in dein Gedächtnis sich senkt: Niedrig 
war dein Impuls, mein Gewähren hingegen erhabene Geste.

Ich kann stets ausweichen, du nicht. Weil Höheres lenkt dich zu Großem,
übe ich Nachsicht, wenn du zwischen Clicks und Conversions dem schönsten,
größten Erfolge entgegen die nötigen Schritte, tata, von
A, wie du weißt, nach, genau: B lenkst, wo Besseres winkt noch.

* Die Pluralendung „-is“ verstehe ich als meinen persönlichen Beitrag zur Genderdebatte. Mit ihr lassen sich prima Gruppenbezeichnungen bilden, wie “Handwerkis”, “Musikis” oder “Expertis”. Und das, ohne unaussprechliche Hilfsmittel wie das Gendersternchen zu bemühen.

Früh am Morgen gehört die Welt nur dir allein. Die Eulen räumen mit dem ersten Licht den ganzen bunten Kontinent. Heimlich streut der Taubenfütterer ’ne letzte Handvoll Mitgefühl. Und der Bäcker schiebt das letzte Blech in seinen Ofen.  Über Hinterhöfe zieht der Duft von Brötchen und verrenkten Pinien.

Du jedoch, Albertus, schwebst, Schleichpfaden folgend, durchs unverbrauchte Laubgestöber, wirfst deinen aufgewachten Blick vom hohen Ufer über ferne Brücken, Hafenbecken, Endmoränen und hauchst, hauchst Tau auf deine Gleitsichtgläser. Denn du weißt, jetzt kommen sie gleich wieder.

Die Tagehaber fahren vor. Preschen übern Schotter forsch, breite Nase kühl elektrisch ohne Grill, knallen Türen und – nehmen freundlich Platz in deinem Leben. Festgeschnallt an der Lordosestütze haben sie schon manches Wetter abgeritten und legen nun schon einmal vor und vor und vor bis in die neue Nacht.

Ihre Träume, schnell vergessen, lassen später wieder, denkst du, Zwischenräume, schaffen Platz für neue frühe Schritte. Ja ja ja, ach geh, geh morgen wieder, morgen Morgen

glumm

Lockermachen für die Hölle

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