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Epitaph

In Gedanken an meine Freundin
Barbara Hanssen
† 24.02.2017

Bevor wir kamen, dir deine Handvoll Erde hinterher zu werfen, Barbara,
Besuchten wir noch Fitzls verschattetes Grab
An seinem wahren Ort abseits des gravierten „Ebedet“ fand ich einen alten Schleifengruß und versuchte, ihn zu lesen

Was könnte so verstören wie der Hauch, der mich da anwehte?
Allein wohl meine wiederholten Worte: Warum du nicht da? Aber

Bevor ich beginne, mich unwürdig zu nennen,
Erkenne ich, wie die anderen Gäste sich freuen,
Mich zu sehen. Ich werde vorgestellt

Als Zeuge großer Momente und Adressat deiner Hauptsätze
Ja, ich war ein Held in Gedanken, aber

Bevor ich bekenne, im Grunde nichts verstanden zu haben
Von großer Kunst und Philosophie, schmausen wir schon
Und ich verspreche, dass etwas geschehe

Dass in der Nacht oder im Schatten deiner Buche
Sich etwas zeige von uns und den gestohlenen Pferden, kein Aber

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Angeregt durch „Vogelfrei“ von Haushundhirsch:

Ich komme nicht los davon: Was sind wahre Bilder? Kopien? Originale? Vorstellungen? Halluzinationen? Das Wort „wahr“ scheint auch auf eine Korrespondenz hinauszulaufen. Aber womit korrespondierend? Der Realität? Den Meinungen der anderen? Dem Messbaren? Mein Eindruck jedenfalls: Den Singvögeln scheint es nicht gut zu gehen und ihr Verschwinden scheint mir ein Zeichen zu sein. Wofür? Sind wir fähig, dem, was sich da andeutet, ins Auge zu schauen? Unter das zugedrückte Schlupflid?