Ein Blick in die Ausstellung „Traumbilder“ von Zheren Wu

DSCI0016

Kamen Freunde heute Nacht,
kamen mich holen mit großen Augen
hinüber zur anderen Küste.
Bis in die Brandung reichte die Luft.
Ich hob noch die Hände,

Guernicas Fünffingerpalmen
und sah Fische schweben, Silberzucken
endlose Jakobsleitern hinauf
Klaviatur mit Ballons und Blasentang,
Tosen und Gischt.

Und die alten Nickhäute sagten:
ja ja, Uringelb, keine Farbe für Schnee,
und entwarfen trittfeste Texturen
aus gelüfteten Netzen, bewachte
Arenen für todmüde Kolonnen.

Nun aber wohnen meine Träume wieder
wohnen bei ihr, der Frau, die sich
am Bildrand unten aus den Laken schält.
Nichts von dem, was mich bedrängt hat,
schnitt ihr je ins Fleisch.

Ihr Hängen in den Bändern,
ihr Schlendern leitet heute viele Leute
und an meinem letzten Strand
dreht sich ihre Flaschenpost, im Winter
dem Leiermann Windes Bordun.
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