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Lyrik

Ein junger Mann, nein mehrere,
beauftragen mich, ihnen
beim Ordnen der Hinterlassenschaft
ihrer Schwester, Frau, Freundin zu helfen.

Ich nehme ein Porträtfoto in die Hand,
Mir scheint, ich habe sie wohl beiläufig gekannt.
Eine Kommilitonin vielleicht.

Eine der Sachen, die ich zu ordnen habe,
ist sie selbst, oder besser: ihr Leichnam.

Um ihn wegzuräumen, lege ich ihn mir
auf den Rücken. Unser beider
Schulterblätter schmiegen sich aneinander.
Die Tote, vollkommen entspannt, passt sich
meinen Bewegungen widerstandslos an.

Nun kommen Gäste. Ich stelle mich ihnen vor,
sage meinen Namen, einmal, zweimal, dreimal.
Eine Frau kommt direkt auf mich zu.

Als ich „Björg Volquardsen“ zu ihr sage,
erkenne ich die Verstorbene.

Ich öffne meine Arme und, als wir uns berühren,
fließen wir ineinander über. Ich bin bereit,
bereit, sie mit allen Konsequenzen in mir aufzunehmen,
und gehe dabei in etwas anderes über.

Jetzt trage ich sie in mir, sie lebt
zwischen all den ungeschriebenen Zeilen,
von denen ich gerade eine vollenden will.

 

 

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Kennt jemand diese kleine Larve? Ich wurde gerade zum zweiten Mal von ihresgleichen gestochen. Hier in unserem subtropisch angehauchten Hamburg. Sie bohrt ihren Hinterleib unter die Haut und hinterlässt dort vermutlich Eier. Sieht dann wie ein Mückenstich aus. Was draus wird? Keine Ahnung. Werde sie erstmal wieder auf den  Balkon entlassen.

Für Norman Franke, der heute in Singapur auf seinen Anschlussflug nach Frankfurt wartet, in Vorfreude auf unsere Lesung in der Kulturbotschaft am Freitagabend

Diese hier umwölbt den Chor im Süden
und wärmt am Abend Gichtgeplagte.
Ihr Fundament springt leicht hervor,
unendlich sanft und gerade
weit genug zum Sitzen.

Jene dort sprach nie ein Wort
zu den an sie Gestellten.
Verbundenen Auges sahen
diese nicht die Löcher. Die
aber sagen mir genug, genug.

Auch diese schweigt, schweigt Trost
unter jener einen Sonne
einer neuen Hand zu, die
die Versehrte streichelt zart
und zupft am Zimbelkraut.

Noch eine andere bewahrt,
in einem Becken, hüfthoch
eingemauert, Regen, gestern erst
vom Himmel hoch geweiht,
das Beste, blau bespiegelt,

solange andernorts – das Beste
meine ich – durch Freundes Wort bezeugt,
auch unter Singapores betonierten Schiffen
metropolitan nur glänzt durch
seine schnöde Abwesenheit.

 

Anna-Lenas Lesestübchen

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