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Nachtschicht

(grumpy writing incontinence)

Nach dem Essen schnell noch durch die Einkaufsschneise
gleich hinter der Altstadt von Barth, zack in den Supermarkt,
einen von der neuen Sorte, ganz ohne Tresen.
Die hassen Personal, denke ich und stehe stumm am Kühlregal.

Oben Durst, unten Druck und, ach, mein Bauch, 
der jandlt wieder: Schtzngrmm, schtzngrmm.
Vor mir das Produktversprechen. Wurstentlastung.
Schlanke schöne Verdickung. Regaltür öffnen oben,

Gürtel lösen unten. Kalter Schwall am Knie. Tür wieder zu.
Scheibchenweise hygienisch, best before, eine Drohung,
ill after, verstehe ich und nehme, Tür-auf-zu, den ungeschnittenen Käse.
Zwei Fläschchen gehen auch noch. Guter After, halt durch!

Du schaffst es bis zum Kundenklo. Da die Aufschrift, und darunter:
Außer Betrieb. Ein kleiner Wind pfeift schon: Alles muss raus
Ringen um Worte: Notdurft, Kotduft. Darf, wer muss?
Zahlen müssen, hinblättern – das Wort stirbt aus, abdrücken – das bleibt.

Scheiße, jetzt auch noch die Einkaufstüte zum Platzen voll.
Mit einer Hand darunter, den druckvollen Sound einiger
Mopeds im Ohr, über den Kundenparkplatz,
Noch einen Knopf gelöst und ab. 

Draußen hinter dem Waldparkplatz säuselt der Bauch erleichtert:
Spazieren wir, sagt er, noch ein bisschen.
Der Raum dehnt sich von den großen Massen fort.
Da geht noch was, da lässt sich was machen, Digger. 
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Vierzehn Zimmer öffnen sich nach Osten.
Auf der Veranda sitzt ein Salatkopf.

Auf dem Rasen trocknen Lumpen
Der Chef zählt die Gäste.
Dreimal mich, zweimal die Tauben.
Wir alle lesen das Craquelé.
Es wird dauern.
Solange, bis draußen der Mantel auf seinem Saum steht.

Dann werde ich zuschlagen für drei:
eine neue Schrift, ein neues Gebet, ein anderes Haus.