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Abschied

In Gedanken an meine Freundin
Barbara Hanssen
† 24.02.2017

Bevor wir kamen, dir deine Handvoll Erde hinterher zu werfen, Barbara,
Besuchten wir noch Fitzls verschattetes Grab
An seinem wahren Ort abseits des gravierten „Ebedet“ fand ich einen alten Schleifengruß und versuchte, ihn zu lesen

Was könnte so verstören wie der Hauch, der mich da anwehte?
Allein wohl meine wiederholten Worte: Warum du nicht da? Aber

Bevor ich beginne, mich unwürdig zu nennen,
Erkenne ich, wie die anderen Gäste sich freuen,
Mich zu sehen. Ich werde vorgestellt

Als Zeuge großer Momente und Adressat deiner Hauptsätze
Ja, ich war ein Held in Gedanken, aber

Bevor ich bekenne, im Grunde nichts verstanden zu haben
Von großer Kunst und Philosophie, schmausen wir schon
Und ich verspreche, dass etwas geschehe

Dass in der Nacht oder im Schatten deiner Buche
Sich etwas zeige von uns und den gestohlenen Pferden, kein Aber

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Ich lausche in Gedanken deinem Bariton
und finde plötzlich im Regal
die verlegte DVD, Geschenk von dir.

Evelyn Glennie, Touch the Sound,
vielleicht auch nur von dir geborgt,
doch
leider nie ganz abgespielt.

Nur diese letzte Strophe noch, dann
mache ich das wieder gut, zupfe mir
die Ohren steif für die gespeicherte Lektion.

Verfrüht vielleicht mein neues Lied
vom desolaten Leben auf dem Land,
wertvoll gewiss dein Tipp,
besser singbar sei der endbetonte Vers.

Warum sollten wir uns nicht mehr sehen,
trinke doch aus Hasenbechern ich den Tee
und hege
meinen Glauben dass,

unterwegs der Erlenbruch
den Wind abhält und Mutter mit Kaffee
hofft, dass das Eis trägt. Schnee,

doch dieser blanke König fetzt,
dir feinste Flocken ins Gesicht,
dass ich am Ende nicht mehr weiß

noch rot, ragst über’n Deich du oder wer,
wenn die Sehnsucht schon fast alles war,
Erfüllung, sie zu teilen, was dann noch?