Pandora

Ich gehe hinaus und öffne die Büx.
Hervor springt das Lamm und schwillt an zum Bock.

Ihr alle, kommt schnell und streichelt mein Fell,
bevor mich die Kraft Pandoras verlässt.

Lasst fallen den Rock und reibt euch an mir,
holt Luft, schnaubt und schreit. Der Sohn ist bereit.

Geboren für euch, – milchrot sein Saft.
Und wenn ihr nicht glaubt, nehmt hin, was da kommt.

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4 Kommentare
  1. hannascotti sagte:

    Welch eine Klage, welch‘ unbändiger Zorn, auf was, auf wen? „Geöffnet die Büx (wunderbar zweideutig). Wer ist das Übel? Gay oder die Gesellschaft?
    Lyrisch stark, schneidend, verletzend, verletzt?
    Wieder eins deiner besten, es macht still verschämt. Warum bin „ich“ als Leserin verschämt?
    LG Hanna

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    • Warum, liebe Hanna, verschämt? Ja, weil ich mich wohl hätte schämen sollen, oder? „Fremdschämen“ also deinerseits? Ich las den Text in seiner Rohfassung meiner Frau vor, die, wie schön, immer öfter zuhört, und sie fand ihn, glaube ich, nicht gut. Mehr dazu zu sagen, wäre indiskret. Habe dann noch was verbessert, natürlich verbessert, und ihn eingestellt.Schamlos und, ohne mir über den letzten Vers ganz klar zu sein.
      Und noch eins: Der Zorn stammt von Pandora, die gern Gutes in ihrer Büx gehabt hätte für den Überbringer des Feuers, für Gayness, für die Lust auf Augenhöhe zwischen Heten und doch nur die Rechnung begleicht für eine Opferbereitschaft, die immer die anderen trifft.

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      • hannascotti sagte:

        Ja, an die Pandora habe ich auch gedacht. Und nein, die Scham, welche auch immer, ist zu hinterfragen. Spontan taucht sie auf. Bei so viel phantasieanregender Offenheit deines Gedichts, kein Wunder. Diese „alte Moralin Scham“, ist sie sinnvoll ? Nur Fragen, zu denen mich dein Gedicht anregt. Lust und Zorn, eine lebendige Allianz für mich. Pandora eben, Freiheit versus Opferbereitschaft. Dein Gedicht ist lebendig und frei. Es nimmt mir den Atem, nein es läßt ihn anhalten, um dann in ein befreites, wildes „Lachen“ auszubrechen. Je öfter ich es lese, um so mehr wachse ich hinein, kein Fremdschämen mehr.
        Darf ich es rebloggen?
        Ab Morgen betreue ich unsere große Ausstellung in Vechta für vier Tage, ich bin das Model und die Kuratorin. Außerdem gibt es Lesungen.
        So melde ich mich erst später. Gerne hätte ich wirklich dieses, dein Gedicht „bei mir“. Es ist einfach „geil“, wenn ich das so sagen darf. ( Dieses Wort fühlt sich fremd an in meinem Mund, aber….)

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        • Natürlich kannst den Text rebloggen. Ich bitte dich! Ich hoffe deine Ausstellung wird gut. Übrigens hat der Geest Verlag, mir heute dein neues Buch zugestellt. Bin sehr gespannt. HG Björg

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