Weckwurf

Unendlich ist die Müdigkeit der alten Wellen.
Matt lecken sie am Sand,
dem Kleinen mit den Steinen auf der Spur.
Besänftigen können sie ihn nicht.

Schon wieder schleudert er den Arm herum,
öffnet die Faust,
fängt den Schwung ab
und verharrt

einen Augenblick ganz still.
Der Einschlag dort im Abendglanz,
der gilt dem großen, glatten Tier:
Reg dich! Komm mit, wir spielen Flut!

Advertisements
3 Kommentare
  1. ganz wunderbar stimmungsvoll (eindrucksvoll) eingefangen.
    jaja, sicher könnte man zu anfang reduzieren, (am ehesten könnte ich auf das „alte“ verzichten) aber eigentlich mag ich die wortwahl hier … das gedicht fließt … verharrt … und fließt.
    herzlich,
    diana

    Gefällt mir

  2. Hach (Knoblochsch mit o), das verstehe ich, liebe Lakritze, doch ist es genau, was ich meine: diese Unbeweglichkeit der „kriegstraumatisierten“ – sagte man ja damals nicht – Eltern und die Anrufung der Flut als Gegenzauber. Ja, genau so fühlt es sich an. Ansonsten ja, ich schätze Ihre Kritik, und meine Frau, der ich sich sie just vorlas, jubiliert.
    Herzlichst Björg

    Gefällt mir

  3. Ach, den kenne ich, den Kleinen. Der ist hier in der Stadt auf immer und ewig den Tauben hinterher. Schön — hat er endlich mal ein Denkmal bekommen!

    Ein bißchen nörgeln muß ich auch: Unendlich + Müdigkeit + alt, matt — das ist mehr, als es für mich bräuchte. Das große, glatte Tier hingegen mag ich.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: