Warum weitergehen?

Die Nisthöhlen der Uferschwalben sind noch leer.
Unterhalb der Abbruchkante ziehe ich ein langes Kabel
aus dem schlammigen Grund.
Der Widerstand wächst.

Unter dem angebohrten Gipshut wäscht sich
ein Höhlenbewohner des Zechsteinmeeres.
Es riecht nach Petroleum und Strandbeifuß.
Scharf zieht der Strom eine Linie an der Abbruchkante entlang.

Wir wissen nicht, warum wir hier weitergehen sollen.
Rechts voraus hebt ein Wrack
sein schwarzes Maul aus dem Schlick.
Die Bohrinsel ist noch außer Sicht.

Die feinen Risse im gesprengten Gestein aber wachsen
und die Regierung gibt dem Drängen der Betreiber nach.

Wir – keine Ahnung wer noch – ich gehe weiter.
Es kommt darauf an, ein Modell zu finden
für den Moment nach dem Verzicht.
Kartoffeln pflanzen und Schafe hüten. Ziegen auch.

Und noch einen Schritt in den Strom hinaus.
Dort liegt immer noch der Kutter und schreibt
mit jeder Ebbe eine neue Eins in den Sand.
Je näher ich komme, desto kleiner wird er,
Papierschiffchen mit blauer Raupe Kapitän.

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