Zwölf tröstliche Enden für ein Gedicht

Der Meister verlegt sein Leben lang Röhren.
Zu spät sieht er den Hirsch und fährt in die Föhren.

Ein Gläschen nur Häschen, getan, gesagt,
und dann ist Schluss mit der Jagt.

Kein Bock, spricht das Okapi, wird vom Singen fett,
und stürmt gehörnt in sein Himmelbett.

Ein neuer Tag setzt die Wiese ins Licht.
Flammen von Rot und das Auge bricht.

Was tun mit dem Geweih? Ist ja gelacht!
Zum Kleiderhaken wird‘s gemacht.

Ein Treiber nahm wenigstens den Hasen unter den Pinien
an sein flatterndes Herz und durchquerte die Linien.

Doch langsam, langsam schließt sich das Fenster
und schiebt einen Fitnessriegel vor die dürren Gespenster

Der Spätoptimist murmelt noch, ich hab‘s gewusst,
und macht damit alles gut, aber wenig Lust.

Fürs Erste habe er genug, sagt der Sommer, Wolken geknetet,
zu gern hätte er mal eine Kleinstadt entgrätet.

Einen Silberstreif am Horizont sieht er noch
und entscheidet sich für den Schatten doch.

Kein Schreck fährt ihm durch Mark und Bein
Nichts muss, alles darf nun sein.

Und das Echo der Stille scheppert,
bin ich denn bedeppert?

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