Sirtos für Fazi

Ich reise mit den Fingerspitzen über den Saum der Tischdecke.
Ringsherum drängen sich Trophäen und Pokale, blank
poliert, von verlangenden Lippen aber kaum berührt.

Der Hausherr kommt hinter dem Tresen hervor und öffnet mir
seinen besten Wein, tiefrot und samtweich.
Ich lobe sein Reich mit schwerer Zunge und empfinde Scham.

Sein Arbeitstag beginnt schon morgens um fünf und
ist noch längst nicht zuende. Hör mir zu, sagt er,
während du hier bei uns wohnst, finde ich Ruhe,

und der Reigen um Mitternacht zieht draußen vorbei.
Weißt du nicht, frag‘ ich, dass ich nur darum gekommen bin,
unseren Kreis als letzter der Tänzer zu schließen?

Am anderen Morgen fege Ich vom Vordach meterdicken Schnee,
denn ich weiß gewiss: Ich bin hier der Beschenkte.
Beim Abschied bleibt uns ein Funke für Jahre.

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