Zugabe

Die Zeit räkelt sich rücklings an die Bar.
Ich dränge mich an sie, nehme einen Schluck Gegenwart,
greife nach ihrer Besenheide
und zahle mit Zukunft.
Als Zugabe bekomme ich kleine Geschichten:

Der Stapel wächst.
Sein Unterstes wird immer flacher und breiter.
Schließlich kannst du es oben über allem zusammenknoten
und hast ein feines Paket.

Die Silben beten.
Das Schweigen hat Pause.
Am Ende des Tages hörst du den Schmerz herabrieseln
und zusammenschnurren, eine Fußnote zum Börsengeschäft.

Der Abend funkelt.
Eine späte Stunde reißt sich los
und taucht kokett in einen kleinen Lichtkreis.
Es ist keine Zeit, die sich nicht vergisst.

Ein Dichter zieht.
Wirre Worte flattern herbei
und weben mir ein Nest aus fremdem Lorbeer,
gerade leicht genug für meinen schweren Kopf.

Die Elstern keckern.
Sie beobachten mich, aber sie zeigen es nicht.
Meine kleinen Geschenke nehmen sie nur,
solange ich wegschaue.

Die Gleise glänzen.
Mein Tanzbein schwingt sich über gelb markierte Grenzen.
Die Faust in der Brust trommelt und drängt mich zu schreiben:
Hier ist kein Ort zum Bleiben.

Advertisements
2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: